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    Gildehaus und Umgebung

    von 1898 e.V.

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Neben diesem Internetauftritt pflegt der Verkehrs- und Verschönerungsverein noch 2 weitere Seiten.

Es handelt sich dabei um den Auftritt des Backhauses , sowie der Ostmühle auf dem Mühlenberg. Beide Gebäude werden von ehrenamtlichen Mitgliedern betrieben und die damit verbundenen alten Gebräuche erhalten.

Zum Internetauftritt des Backhauses gelangen Sie hier: >>>klick<<<

Zum Internetauftritt der Ostmühle gelangen Sie hier: >>>klick<<<

Geschichte des VVV

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein für Gildehaus und Umgebung wurde 1898 mit dem Ziel gegründet, das Ortsbild zu verschönern und die "Perle" der Grafschaft als Perle zu erhalten.
Seither hat sich vieles getan, und die Zeiten, in denen die Mitglieder des VVV lediglich Ruhebänke aufstellten und die Spazierwege des "Bürgergartens" begehbar hielten, sind längst vergangen.
Der VVV Gildehaus des 21. Jahrhunderts zeichnet für eine Vielzahl von Projekten verantwortlich, die nicht allein einem aufpolierten Ortsbild dienen, sondern das Leben in der Gemeinde lebenswerter machen - für Einwohner, Gäste und vor allem für Kinder.
Das Herzstück dieser Projekte ist natürlich die Gildehauser Ostmühle mit dem benachbarten Backhaus. Wenn sich Jahr für Jahr zum Frühlingsanfang die Mühlenflügel drehen und der Ofen im Backhaus angeheizt wird, ist der Winter endgültig vorbei und die eindrucksvolle Kulisse auf dem Mühlenberg wird für Tausende von Besuchern zum Ausflugsziel.
Doch auch im Gildehauser Steinbruch ist der VVV aktiv. Nach dem Aufbau der "Geologischen Freilichtmuseums" sind es nun die Sandsteinverladerampe und die Steinmetzhütte, die diesen Teil des Ortes attraktiver machen und dabei einen Blick in seine Historie ermöglichen.
In Zusammenarbeit mit Institutionen und Verwaltungen betreute der VVV im Laufe der Jahre u. a. die Einrichtung des Ott-Pankok-Museums im alten Rathaus, war am Aufbau der Gildehaus-Dinkel-Route beteiligt, sorgte sich um die Wander- und Radwanderwege rund um Gildehaus und stellt nach wie vor Ruhebänke auf.
Und so "ganz nebenbei" organisiert der VVV zahlreiche Brauchtumsfeiern, die das soziale Miteinander fördern und liebgewonnene Bräuche lebendig erhalten. Das Middewinterhorn blasen, das Backen von Palmgänsen, das Osterfeuer, die Himmelfahrts-Radtour, das Back- und Mühlenfest und der Weihnachtsmarkt gehören zu diesen jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen. Umrahmt werden diese Termine von Konzerten, plattdeutschen Lesungen oder Theaterabenden, Film- und Diavorträgen.

Geschichte von Gildehaus

Alte Dorfgemeinde -- neuer Stadtteil


Nicht ohne Grund wurde eines fernen Tages dem kleinen Dorf Gildehaus das Prädikat "Perle der Grafschaft" zugeeignet. Der auswärtige Besucher wird schon nach einen kurzen Rundgang durch den Ort einen gefälligen Eindruck gewonnen haben und dem Attribut zustimmen. Ist es, vor allem bei gutem Wetter, der einmalige Blick vom Mühlenberg weit hinaus ins westfälische Land, über das Naturschutzgebiet „Gildehauser Venn“ hinweg ins nachbarliche Holland oder die freie Aussicht nach Norden in die Grafschaft, die die günstige und besondere Ortslage auszeichnet? Wohl auch die jahrhundertealte, von Tradition geprägte Geschichte, überliefert durch Dokumente und Baudenkmäler. Wahrscheinlich werden all diese Eindrücke dem Besucher und Betrachter das Bild eines kleinen, sauberen und lebendigen Dörfchens an der Grenze vermitteln. Dass das „alte Gildehaus“ sich aber dem Fortschritt und der Zukunft nicht verschließt, wurde am 08.11.1982 durch die von der Niedersächsischen Landesregierung verliehene Titulierung „Staatlich anerkannter Erholungsort“ bestätigt und gewürdigt.

Erstmalig kommt der Name GYLDEHAUS im Jahre 1321 vor, als eine Abzweigung der Bentheimer Pfarre entstehen soll. Zuvor bestand jedoch bereits 1246 hier eine Kirche des Pfarrbereichs Schüttorf, die 1292 von dieser abgetrennt wurde und die Bezeichnung PAROCHIA NOVE ECCLESIA PROBE BENTHEIM, wörtlich übersetzt:“ Das neue Kirchspiel Neue Kirche bei Bentheim“, erhielt. (Auch NIENKERKEN). Urkundlich nachweisbar wurde die Kirche zwischen 1246 und 1293 erbaut und der heiligen Anna geweiht. Erbaut wurde zunächst das heutige Mutterschiff; denn der jetzige Chorraum wurde laut einer Inschrift an der Südwand erst 1480 angefügt. Hier befand sich seinerzeit auch der Haupteingang in die Kirche, welcher sich heute an der Westseite befindet. Hier erkennt man auch zwei Steinfiguren, welche eine weibliche und eine männliche Person darstellen sollen; aber deren weitere Bedeutung nicht bekannt ist. Die Löcher in der Rosette oberhalb des Westportals stammen von Gewehrkugeln aus dem zweiten holländisch-münsterischen Krieg von 1674, als hier am 06. April von morgens 7 bis mittags 1 Uhr der Kampf tobte. An einem Pfeiler an der Südseite befindet sich eine Sonnenuhr und an der nördlichen Seite ist ein Wappen der Grafschaft Bentheim angebracht. Die beiden Wetterfahnen tragen die Jahreszahlen 1853 und 1887. Übrigens bietet sich an der heutige Zustand der Kirche nach der notwendigen Renovierung von 1975 dem Betrachter.

Als Folge der Reformierung 1575 der Grafschaft unter Graf Arnold wurden im Kircheninneren die 1911 nachgewiesenen Wandgemälde, u.a. das „Jüngste Gericht“, übertüncht und der Altar verschwand. Die seitlich angebrachte Kanzel aus Bentheimer Sandstein stammt aus dem Jahre 1617. Der Opferstock ist von 1682 und trägt die Inschrift „Bedencket den Armen“. Der Kronleuchter ist aus dem 18. Jahrhundert. Der Schlussstein im Gewölbe des Chores ist mit der Nachbildung des Classis-Siegels (Schiff auf den Wellen) versehen und trägt die Inschrift „DOMINE; SERVANOS, PERIMUS!“ (Herr, hilf uns, wir verderben!). In der „Gerwekamer“ befanden sich die Porträts früherer Prediger bis zur Gegenwart (jetzt im Kirchenschiff), sowie ein Silberkelch von 1615 und ein Silberteller von 1707.

Der Kirchturm erhebt sich abseits der Kirche und stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Wegen des besseren Glockengeläutes wurde auf dem Bergrücken erbaut. (Die Sage kennt eine andere Version). Zwei der vier Glocken stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Wetterhahn ersetzt seit 1591 ein Kreuz auf der Kirchturmspitze.

Von den Gildehauser Predigern erlangte im 16. Jahrhundert einer sehr traurige Berühmtheit. Der in Schöppingen geborene Gildehauser Pastor Bernhard Krechting schloss sich der damals aufkommenden Wiedertäuferbewegung an und zog mit mehreren Gildehauser Bürgern nach Münster in Westfalen, um dort zusammen mit ihrem Führer Jan van Leiden und dem Münsterschen Bürgermeister Berhanrd Knipperdolling ein neues Gottesreich aufzubauen. Wie man weiß, scheiterten die Wiedertäufer am Bischof von Münster. Ihrer drei wurden nach schrecklichen Folterungen hingerichtet und ihre Leichen in Käfigen zur Abschreckung an der Lambertikirche aufgehängt. Zum imaginären Hofstaat gehörte seinerzeit auch der Gildehauser Lambertus Gylthues.

Das 16. und 17. Jahrhundert brachte den Gildehausern viel Not und Elend. Der Hollänsch-Spanische Krieg zog auch hier durchs Dorf und herrschte mit Raub und Zerstörung. Viele Bürger und Bauern verloren Hab und Gut und oftmals auch ihr Leben. Aber sie halfen sich gegenseitig wieder auf und überwanden diese schlimme Zeit. In der Folgezeit fand Gildehaus erst wieder zu Wohlstand durch die Förderung und durch den Export des Sandsteins, sowie (aber wesentlich später) durch das Aufblühen der Textilindustrie. Die jetzt noch vorhandenen und ausgedienten Steinkuhlen zeugen von der regen Betriebsamkeit und der damaligen Erwerbsmöglichkeit. Es herrschte große Nachfrage nach sandsteinernen „Kuhlbrocken“, (geologisch: Bentheimer Sandstein) und sie wurden überwiegend als Baumaterial verwandt. Unter anderem entstanden aus den in Gildehaus geförderten Sandsteinen folgende Sakral- und Profanbauten:
Der Dom zu Utrecht, die Frauenkirche in Antwerpen, die röm.-kath. Kirche in Aarhaus in Dänemark, die griech.-röm. Kirche in Kopenhagen sowie die Rathäuser in Amsterdam, Münster und Kampen.

In der Mitte des vorherigen Jahrhunderts begann rasend schnell der Ansteig der Gildehauser Textilindustrie. Bereits 1846 fanden viele Einwohner Arbeit und Lohn bei der Firma Gebrüder Hoon, die als größtest örtliches Unternehmen zu internationalen Ruf gelangte. Gildehaus hatte derzeit etwa 1.300 Einwohner. Die Bevölkerungszahl des heutigen Ortsteils Gildehaus liegt bei etwa 3.900 Einwohnern.

Die Gildehauser Windmühlen gehören charakteristisch zum Ortsbild. Ursprünglich standen drei Mühlen auf dem Bergrücken. Die Erste (und älteste) war eine hölzerne. Sie stand im Osten auf dem „Endeberg“. Diese Mühle existierte bereits 1710 nicht mehr. Die zweite, auch hölzerne, war die heutige Ostmühle, welche am 16.06.1750 durch eine steinerne ersetzt wurde. Ein gräfliches Wappen ziert die Vorderseite und eine Inschrift besagt: „LINGANA; QUAE FUERAM, BORAE PROSTATA FURORE_SAXENA MUNC OPIBUS, CARLE RESURGO TUIS 1750“ - „ Als hölzerne wurde ich durch des Nordwinds Wut zerschmettert – und erstehe jetzt mit deiner Hilfe, Karl, eine steinerne 1750“. Nach der Zerstörung durch Sturm 1941 wurde sie mehrfach renoviert und zur Zeit wieder betriebsfähig restauriert. Die Westmühle erstand im Jahre 1721 und wurde während der Kriegswirren im April 1945 durch Brand zerstört. Die Ruine ging in den Besitz des Kunstmalers Friedrich Hartmann über, der die Mühle als Maleratelier wieder herstellte.

Das ehemalige Gildehauser Rathaus, wurde erbaut im Jahre 1656. Eine Inschrift bezeugt die Jahreszahl mit folgendem Text: „DOCTRINA LUMEN 1656 („Die Lehre ist das Licht 1656“). Die beiden Anbauten links und rechts beherbergten früher die beiden oberen Schulklassen. Sinngemäß eine Inschrift am Gebäude: SCHOLA SEMINARIUM PIAE EXCLESIAE ET BONAE REI PUBLICAE („Die Schule ist die Grundlage für eine fromme Kirche und einen guten Staat“)

Neben dem alten Rathaus befindet sich ein Gedenkstein an den deutschen Dichter Firedrich Schiller, aufgesetzt in Jahre 1905. Weitere Gedenksteine findet man im Bürgergarten zur Erinnerung an den Schöpfer dieser herrlich gelegenen Parkanlage am Südhang des Berges, den früheren Bürgermeister von Gildehaus, Ernst Buermeyer, sowie ein Stein an den großzügigen Mäzen Gerhard Pohlmann. Auf dem Mühlenberg in der Nähe der Ostmühle steht ein Gedenkstein zur Erinnerung an das Befreiungsjahr 1813. Die Gedenkanlage für die Toten der letzten Kriege ist auf dem Mersch, wie auch die einzelnen Bauernschaften ihre eigenen Erinnerungsstätten haben. Am westlichsten Punkt des Bergrückens erinnert mit deinen ehrwürdigen Grabsteinen ein kleiner Judenfriedhof an die dort beerdigten Mitbürger Gildehaus.

Die konzentrierte Anhäufung verschiedenster Gesteinsarten ist im so genannten Geologischen Freilichtmuseum bei den Steinkuhlen zu besichtigen. Zeugen der Eis- und Steinzeit weisen hier die geologische Formation des Gildehauser Höhenrückens aus. Das mit letzterem und der Senke im nachbarlichen holländischen Losser eine direkte Verbindung besteht, haben 1979 technische Experimente bewiesen. Sickerwasser aus Gildehaus trat genau nach einer Woche in Losser wieder aus.

Außer der Ev.-ref. Kirche hat Gildehaus noch eine katholische Kirche „St. Anna“ (erbaut 1956). Zum Ortsbild gehört ferner das im Stadtteil Bardel gelegene Missionskloster des Franziskaner-Ordens. Gegründet im Jahre 1926 hat es bereits weltweite Tradition. Entsendet es doch seit jeher junge Ordensleute zur Missionsarbeit überwiegend nach Brasilien. Ein angegliedertes Gymnasium erweitert den Lehrkomplex der Anstalt. Auch beherbergt das Kloster ein Briefmarken- und Völkerkundemuseum. Sehenswert ist die schöne Klosterkirche.

Verkehrsmäßig war das Dorf in Vorzeiten lediglich durch eine Durchgangsstraße mit den Nachbarorten verbunden. Mitte des vorigen Jahrhunderts (Einführung des Schienenverkehrs) gelangte Gildehaus an das internationale Verkehrsnetz. Als letzte bzw. erste Station auf deutschem Boden an der Eisenbahnstrecke Amsterdam-Moskau hatte Gildehaus in Waldseite einen Reichsbahnhof (die Ruine wurde 1973 abgerissen). Durch Eröffnung der Strecke Coevorden-Gronau der Bentheimer Eisenbahn AG am 20.06.1908 erhielt der Ort einen weiteren Bahnhof und somit eine wichtige Verkehrsanbindung. Durch die Anlegung einer Fern-Autostraße quer durch den Ort im Jahre 1930 wurde der Verkehrsbedarf noch erweitert und verbessert. Seit Mai 1985 ist Gildehaus Autobahnanschlussort.

Der Text wurde von Herrn Heinz Selker im Mai 1987 erstellt und mir in Januar 2008 vom Verkehrs- und Verschönerungsverein für Gildehaus und Umgebung e.V. zur Verfügung gestellt.


Gildehaus - Altes Rathaus, Schule -
zusammengestellt aus verschiedenen Beiträgen aus dem Buch „700 Jahre Gildehaus“
Die Anfänge des Ortes Gildehaus
Die Geschichte des Sandsteinbruchs in Gildehaus reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. So ist nachgewiesen, dass bereits ab 1180 Taufsteine aus Gildehaus im Umkreis Dümmersee, IJsselmeer, Ostfriesland und Niederrhein Verwendung fanden.

Daraus ergab sich, dass sich die Bevölkerungszahl in diesem Gebiet erhöhte. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Kirchspiel Gildehaus (früher auch Nijnkerken) vom Kirchspiel Schüttorf abgetrennt. Anfang des 14. Jahrhunderts wurden viele Kirchen der weiteren Umgebung aus Sandstein aus den Gildehauser Kuhlen errichtet. Auch der Westteil der Gildehauser Kirche entstand zu dieser Zeit.
Ende des 15. Jahrshunderts bis Ende des 16. Jahrshunderts war die Blütezeit des Sandsteinhandels.
Für Gildehaus ergab sich daraus, dass sich neben dem „Dorp“ in der Umgebung der Kirche ein zweiter Ortskern „Mersch“ in der Nähe der Steinbrüche entwickelte.
Diese Ortsteile werden bis in 1807 (mit Beginn der franz. Verwaltung unter Napoleon) immer getrennt erwähnt und sie haben jeweils einen eigenen Bürgermeister. Dem Fürsten gegenüber traten aber beide Ortsteile als eine Einheit auf.
Schule und Rathaus
Nach Beendigung des 30jähren Krieges (1648), beantragte Gildehaus beim Grafen Ernst Wilhelm zu Bentheim im Jahre 1655 den Bau einer neuen Schule. Im Jahre 1656 wurde dieses Gebäude als Schule und Rathaus auf freiem Feld genau in der Mitte zwischen den Ortsteilen Dorf und Mersch errichtet.
(Der Neue Weg wurde erst 1865 angelegt, die Bentheimer Eisenbahn 1908)

Zugleich gestand der Graf der politischen Gemeinde zu, in dem neu errichteten Gebäude eine Waage aufzustellen und zu nutzen, wobei die Einnahmen aus der Nutzung dem Schulmeister als Teil seines Gehalts zufließen sollten.
Da es sowohl den Sandstein als auch gute Steinmetze vor Ort gab, wurde dieser Baustoff natürlich auch beim Bau diese Gebäudes verwandt.
Über dem Eingang ist das Wappen des Grafen Ernst Wilhelm zu Bentheim zu sehen. Darüber die Inschrift in lat. Sprache „DoCtrIna LVMen (Lehre ist Licht)
Diese enthält als Chronogramm die Jahreszahl 1656.
D C I L V M
500 + 100 + 1 + 50 + 5 +1000 = 1656
Darunter nochmals die Jahreszahl 16 56
und dazwischen die lat. Inschrift Schola seminarium piae ecclesiae et bonae rei püblicae
(Die Schule ist die Grundlage für eine fromme Kirche und einen guten Staat.)
Die Schule
Immer wieder ist in den alten Chroniken von Raumnot und Lehrerknappheit die Rede. Aus dem Jahr 1846 z. B. ist bekannt, dass der Lehrer Wieking zusammen mit einem Hilfslehrer in einem Raum 222 Kinder unterrichtete. Die Wohnung des Lehrer in diesem Schulgebäude wurde zu einer Klasse umgebaut, da der Lehrer ein eigenes Haus besaß.

Erst 1861 wurde ein zweites Schulgebäude (hinter der alten Post) errichtet und ein weiterer Lehrerposten genehmigt. Im Jahre 1902 wurde ein weiteres Schulgebäude hinter dem alten Rathaus im Schulgarten gebaut.
In einer alten Schulchronik aus dem Jahr 1902 heißt es “Zum letzten Male in der 1. Klasse in holländischer Sprache unterrichtet“.
Vom April 1945 bis zum Herbst d. J. waren alle Schulen geschlossen. Dann mussten 450 Schulkinder in vier Klassenräume untergebracht werden, da die Schule hinter dem alten Rathaus ausgebrannt war.
Am 23. November 1954 konnte der älteste Teil der jetzigen Grund- und Hauptschule ihren Betrieb aufnehmen. Aber erst nach mehreren Bauabschnitten wurde der Schulbetrieb im Jahr 1962 ganz auf dem jetzigen Schulgelände durchgeführt.
Dieses Gebäude wurde nicht mehr als Schule genutzt.
Bis zu dieser Zeit war die Gemeindeverwaltung im oberen Stockwerk des Gebäudes untergebracht.
Verwendung des Gebäudes ab 1962
Anschließend war in dem Gebäude bis 1974 weiter die Verwaltung der Gemeinde Gildehaus tätig.
Nach der Eingemeindung und der Zusammenlegung der Verwaltung mit der Stadt Bad Bentheim gab es im Rathaus noch einige Jahre Sprechstunden der Stadtverwaltung.
Im oberen Geschoss war die Gemeindebücherei untergebracht. Im östlichen Teil des Gebäudes hatte die Musikschule einen Unterrichtsraum. Auch die Gemeindearbeiter hatten hier ihre Räume.
Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde das Gebäude an die Kreissparkasse verpachtet, die während der Bauzeit der neuen Sparkasse hier Ihre Kassenräume untergebracht hatte. Dazu wurde das Gebäude von der Kreissparkasse mit großem finanziellem Aufwand renoviert und umgestaltet und ab Oktober 1994 wurden die Bankgeschäfte von hier getätigt, bis am 19.04.1996 mit einem Tag der offenen Tür das neue Kreissparkassegebäude der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Otto Pankok und das Otto Pankok-Museum in Gildehaus
Das erste Mal, dass der größte Teil der Gildehauser Bevölkerung von Otto Pankok (* 1893 in Saarn bei Mülheim + 1966 in Wesel) hörte war wohl die Ausstellung „Otto Pankok in Gildehaus“ (1936) im Alten Pastorat und im Gemeindehaus der ev. ref. Kirche im Mai/Juni 1994.
Diese Ausstellung war so erfolgreich, dass über weitere Ausstellungen nachgedacht und im Jahr 1996 der Otto Pankok Verein gegründet wurde. Die Räume in diesem zu der Zeit leerstehenden Gebäude erwiesen sich als ideal für die Präsentation der Bilder von Otto Pankok.
Am 20. Oktober 1996 wurde dann die erste Ausstellung mit Bildern von Otto Pankok hier im Haus eröffnet.
Es folgten weitere Ausstellungen des Künstlers „Verfolgte Menschen, Emslandbilder, holl. Impressionen, Stationen einer Flucht, Wahlverwandtschaften und Bilder die auch die Arbeiten von Eva Pankok zeigten.
Aber auch Gildehauser und Grafschafter Themen wurden aufgegriffen.
Bauten und Bilder von Familie Lögters, Alte Karten und Stiche der Grafschaft Bentheim,
Auf den Spuren jüdischen Lebens in der Grafschaft Bentheim
In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Grafschaft Bentheim konnten Ausstellungen von Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, A. Paul Weber gezeigt werden.
Günter Grass und der Butt
Nach zähen Verhandlungen gelang es dem Pankok Verein im Juni 2003 Werke von Günter Grass in der Ausstellung „Günter Grass - Otto Pankok – Der Schüler und sein Lehrer“ nach Gildehaus zu holen. Zu dieser Ausstellung wurde auch die Plastik „Der Butt“ hier aufgestellt.. Gleich nach dem Aufstellen der Plastik fanden alle Beteiligten, dass dieser Platz dafür wie geschaffen sei, dass es aber wohl wegen der Kosten aussichtslos sei, den Butt auf Dauer in Gildehaus zu halten. Aber eine großzügige Spende der Sparkassenstiftung und viele Einzelspenden (siehe Tafel) sorgten dafür, dass der Butt hier stehen bleiben konnte.

1)
Wo Deutschlands letzte Bergeshöhn begrenzen Niederland
da sehr ein Dörfchen fein Ihr stehn, Gildehaus wird es genannt.
Und wer da einmal kehrt ein das Dörflein nie vergisst
und wird sich stets von neuem freun, wenn er in Gildehaus ist.

2)
Von seinem hohen Bergesrand sieht man ins weite Feld,
hin in das grüne Niederland der Blick mit Wonne fällt.
Des Münsterland's Türme schau'n, wie von Berges Plan,
und seiner Glocken Stimmen wehn zu Gildehaus' Berg hinan.
3)
Und ringsrum um das Dörflein fein die grünen Äcker zieh'n.
Und wenn der Herbst dann kommt herein, wie Gold die Ähren glüh'n.
Zwei Mühlen schaun ins Feld hinaus, bereiten Korn zu Brot
und breiten ihre Flügel aus und mahlen munter drauf los.
4)
Das Dörfchen selbst gar freundlich ist, ist proper, hübsch und fein.
Ein Gärtchen vor dem Hause grüßt und lädt zum Eintritt ein.
Und jedem Haus, ob groß, ob klein, sieht man die Ordnung an.
Fürwahr, ich möcht in Gildehaus sein und siedeln mich dort an.
5)
Doch wie ist's mit den Leuten dann, die in dem Dörfchen sind?
Ob Jung, ob Alt, ob Weib, ob Mann, kein bessre Art man findt.
Und Mädchen gibt es dort auch fein, du musst mal selbst hingehn!
Es wird dich sicher nicht gereu'n, die Mädchen dort zu sehn.
6)
Der liebe Gott hat manchen Ort absonderlich bedacht.
Doch Gildehaus trägt die Krone fort, ihm sei ein Lob gebracht.
Wir sind euch allen zugetan, drum schenkt die Gläser voll!
Es leb' das Dörflein lobesam! Stoßt froh auf Gildehaus an!


Ein persönlicher Dank:
Leider kannte ich den Schöpfer dieses Werkes nicht. Durch Zufall bin ich auf das Lied gestoßen.
Ein Aufruf über diese Interseite ergab dann Folgendes:
"Hallo Frank,
das Gildehaus Lied hat Hans Streicher Mühlenstr. - altes Haus Klempnerei ten Brink
- bereits abgerissen - jetzt Parkplatz der Grafschafter Volksbank eG) geschrieben.

Viele Grüße von Familie Sligtenhorst aus Gildehaus
- wir waren früher Nachbarn von Hans."

Galerie

Weitere Bilderserien folgen. Bitte schauen Sie wieder vorbei.

Termine

Der VVV Gildehaus gibt für 2018 / 2019 die folgenden Termine bekannt:

03.01.2018 Middewinterhörner a. d. Mühlenberg Mühlenberg Gildehaus Beginn: 19:00 Uhr
21.05.2018 Deutscher Mühlentag Mühlenberg Gildehaus 11°° bis 18°° Uhr
30.09.2018 Back- und Mühlenfest Mühlenberg Gildehaus 11°° bis 18°° Uhr
15.12.2018 Weihnachtsmarkt Mühlenberg Gildehaus 13°° - 18°° Ohr
03.01.2019 Middewinterhörner a. d. Mühlenberg Mühlenberg Gildehaus Beginn: 19:00 Uhr


Am Anschluss an die Middewinterhörner und den Weihnachtsmarkt findet um 19°° Uhr ein Nachtwächterrundgang statt. Sie sind herzlich eingeladen, am Rundgang teilzunehmen.

( Änderungen vorbehalten )

Zu diesen Veranstaltungen lädt Sie der VVV-Gildehaus herzlich ein. Wenn Sie fragen dazu haben sollten, so wenden Sie sich bitte an:

Frank Scholle
Tel: (+49) 59 24 9999 808 / Fax: (+49) 59 24 9999 818, oder Sie nutzen das Kontaktformular

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gildehaus und Umgebung e.V., organisiert am Dienstag, 03. Januar 2018 ab 19.00 Uhr auf dem Mühlenberg vor dem Backhaus wieder ein großes Grafschafter Middewinterhornblasen. Etwa 10 Bläser werden mit ihren Hörnern zu hören sein.

Das Middewinterhorn ist kein Musik-, sondern ein Rufinstrument und geht auf eine rund 3000 Jahre alte Tradition zurück. Das Blasen der Hörner war ursprünglich ein germanisch-heidnischer Brauch. Mit ihm sollten böse Geister vertrieben werden. Zudem ging es darum, eine gute Ernte zu erbitten und die Menschen vor Not zu bewahrten. Aber auch zur Benachrichtigung von Hof zu Hof, wenn Hilfe gebraucht wurde. Seit Aufkommen des Christentums kündigten die Klänge der Hörner in der Weihnachtszeit die Geburt Christi an. Daher wird vom 1. Advent bis einschließlich 6. Januar eines jeden Jahres geblasen.

Der VVV Gildehaus lädt hierzu alle Bürger und Gäste ein und möchte mit ihnen mit einem Schnäpsken auf ein gesundes und friedvolles Jahr 2018 anstoßen. Dazu werden Neujahrskuchen gereicht.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit dem Nachtwächter einen Dorfrundgang zu machen.
In besonderer Atmosphäre organisiert der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gildehaus auch in diesem Jahr erneut den traditionellen „Gildehauser Weihnachtsmarkt“.

Mit 18 ein privaten Anbietern ist der Parkplatz gemütlich  beschickt und bietet den Besuchern eine beschauliche Kulisse. Die schönen Holzhütten werden vom VVV alle samt mit Lichterketten geschmückt. Auch das Backhaus und die Mühle werden wieder ein weihnachtliches Outfit  erhalten und runden das idyllisch, gemütliche Bild ab. In den typischen Weihnachtsbüdchen werden in diesem Jahr unter anderem Holz-Deko, selbst gemachte Pralinen, Schmuck, Liköre, Marmelade, Textlien, Kissen, Serviettentechnik, Weihnachtskarten, Kerzen, kleine Sandsteinarbeiten und Herrenhuter Weihnachtssterne angeboten.
Selbstverständlich ist für den kulinarischen Genuss auch gesorgt und Glühwein, Kaffee, Waffel und Bratwurstgeruch zieht über die Besucher in der frischen Winterluft hinweg –gemütlich halt. Auch die Bäcker backen an diesem Tag noch einmal Brote und frischen Butterkuchen. In einem beheizten Zelt haben die Besucher wie gewohnt wieder Gelegenheit zur Stärkung um sich in aller Ruhe auf den 3. Advent einzustimmen. An diesem Nachmittag werden auch die fünf Gewinner aus dem Luftballonwettbewerb des diesjährigen Back- und Mühlenfest prämiert.
Ein Rahmenprogramm  rundet den Nachmittag ab. So wird der Posaunenchor der ev.-ref. Kirchengemeinde spielen, der Schulchor der Grund- und Hauptschule Gildehaus ein paar Weihnachtslieder singen und Herr Beernink auf dem Akkordeon  zu hören sein. „Last but not least“ schaut  der Nikolaus sicherlich auch noch gegen 15:30 Uhr vorbei und erfreut unserer kleinen Besucher.

Im Anschluss an den Weihnachtsmarkt wird Hermann Vos noch einen Nachtwächterrundgang anbieten.

Aufgaben & Projekte

Unsere aktuellen bzw. letzten Projekte, die sich der VVV Gildehaus auf die Fahne geschrieben hat, möchten wir Ihnen kurz präsentieren (siehe ausklappbare Texte unten).

Gildehaus - Altes Rathaus, Schule -

zusammengestellt aus verschiedenen Beiträgen aus dem Buch „700 Jahre Gildehaus“

Die Anfänge des Ortes Gildehaus

Die Geschichte des Sandsteinbruchs in Gildehaus reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. So ist nachgewiesen, dass bereits ab 1180 Taufsteine aus Gildehaus im Umkreis Dümmersee, IJsselmeer, Ostfriesland und Niederrhein Verwendung fanden.

Daraus ergab sich, dass sich die Bevölkerungszahl in diesem Gebiet erhöhte. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Kirchspiel Gildehaus (früher auch Nijnkerken) vom Kirchspiel Schüttorf abgetrennt. Anfang des 14. Jahrhunderts wurden viele Kirchen der weiteren Umgebung aus Sandstein aus den Gildehauser Kuhlen errichtet. Auch der Westteil der Gildehauser Kirche entstand zu dieser Zeit.

Ende des 15. Jahrshunderts bis Ende des 16. Jahrshunderts war die Blütezeit des Sandsteinhandels.

Für Gildehaus ergab sich daraus, dass sich neben dem „Dorp“ in der Umgebung der Kirche ein zweiter Ortskern „Mersch“ in der Nähe der Steinbrüche entwickelte.

Diese Ortsteile werden bis in 1807 (mit Beginn der franz. Verwaltung unter Napoleon) immer getrennt erwähnt und sie haben jeweils einen eigenen Bürgermeister. Dem Fürsten gegenüber traten aber beide Ortsteile als eine Einheit auf.

Schule und Rathaus

Nach Beendigung des 30jähren Krieges (1648), beantragte Gildehaus beim Grafen Ernst Wilhelm zu Bentheim im Jahre 1655 den Bau einer neuen Schule. Im Jahre 1656 wurde dieses Gebäude als Schule und Rathaus auf freiem Feld genau in der Mitte zwischen den Ortsteilen Dorf und Mersch errichtet.

(Der Neue Weg wurde erst 1865 angelegt, die Bentheimer Eisenbahn 1908)

Zugleich gestand der Graf der politischen Gemeinde zu, in dem neu errichteten Gebäude eine Waage aufzustellen und zu nutzen, wobei die Einnahmen aus der Nutzung dem Schulmeister als Teil seines Gehalts zufließen sollten.

Da es sowohl den Sandstein als auch gute Steinmetze vor Ort gab, wurde dieser Baustoff natürlich auch beim Bau diese Gebäudes verwandt.

Über dem Eingang ist das Wappen des Grafen Ernst Wilhelm zu Bentheim zu sehen. Darüber die Inschrift in lat. Sprache „DoCtrIna LVMen (Lehre ist Licht)

Diese enthält als Chronogramm die Jahreszahl 1656.
D C I L V M
500 + 100 + 1 + 50 + 5 +1000 = 1656

Darunter nochmals die Jahreszahl 16 56
und dazwischen die lat. Inschrift Schola seminarium piae ecclesiae et bonae rei püblicae
(Die Schule ist die Grundlage für eine fromme Kirche und einen guten Staat.)

Die Schule

Immer wieder ist in den alten Chroniken von Raumnot und Lehrerknappheit die Rede. Aus dem Jahr 1846 z. B. ist bekannt, dass der Lehrer Wieking zusammen mit einem Hilfslehrer in einem Raum 222 Kinder unterrichtete. Die Wohnung des Lehrer in diesem Schulgebäude wurde zu einer Klasse umgebaut, da der Lehrer ein eigenes Haus besaß.

Erst 1861 wurde ein zweites Schulgebäude (hinter der alten Post) errichtet und ein weiterer Lehrerposten genehmigt. Im Jahre 1902 wurde ein weiteres Schulgebäude hinter dem alten Rathaus im Schulgarten gebaut.

In einer alten Schulchronik aus dem Jahr 1902 heißt es “Zum letzten Male in der 1. Klasse in holländischer Sprache unterrichtet“.

Vom April 1945 bis zum Herbst d. J. waren alle Schulen geschlossen. Dann mussten 450 Schulkinder in vier Klassenräume untergebracht werden, da die Schule hinter dem alten Rathaus ausgebrannt war.

Am 23. November 1954 konnte der älteste Teil der jetzigen Grund- und Hauptschule ihren Betrieb aufnehmen. Aber erst nach mehreren Bauabschnitten wurde der Schulbetrieb im Jahr 1962 ganz auf dem jetzigen Schulgelände durchgeführt.

Dieses Gebäude wurde nicht mehr als Schule genutzt.

Bis zu dieser Zeit war die Gemeindeverwaltung im oberen Stockwerk des Gebäudes untergebracht.

Verwendung des Gebäudes ab 1962

Anschließend war in dem Gebäude bis 1974 weiter die Verwaltung der Gemeinde Gildehaus tätig.

Nach der Eingemeindung und der Zusammenlegung der Verwaltung mit der Stadt Bad Bentheim gab es im Rathaus noch einige Jahre Sprechstunden der Stadtverwaltung.

Im oberen Geschoss war die Gemeindebücherei untergebracht. Im östlichen Teil des Gebäudes hatte die Musikschule einen Unterrichtsraum. Auch die Gemeindearbeiter hatten hier ihre Räume.

Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde das Gebäude an die Kreissparkasse verpachtet, die während der Bauzeit der neuen Sparkasse hier Ihre Kassenräume untergebracht hatte. Dazu wurde das Gebäude von der Kreissparkasse mit großem finanziellem Aufwand renoviert und umgestaltet und ab Oktober 1994 wurden die Bankgeschäfte von hier getätigt, bis am 19.04.1996 mit einem Tag der offenen Tür das neue Kreissparkassegebäude der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Otto Pankok und das Otto Pankok-Museum in Gildehaus

Das erste Mal, dass der größte Teil der Gildehauser Bevölkerung von Otto Pankok (* 1893 in Saarn bei Mülheim + 1966 in Wesel) hörte war wohl die Ausstellung „Otto Pankok in Gildehaus“ (1936) im Alten Pastorat und im Gemeindehaus der ev. ref. Kirche im Mai/Juni 1994.

Diese Ausstellung war so erfolgreich, dass über weitere Ausstellungen nachgedacht und im Jahr 1996 der Otto Pankok Verein gegründet wurde. Die Räume in diesem zu der Zeit leerstehenden Gebäude erwiesen sich als ideal für die Präsentation der Bilder von Otto Pankok.

Am 20. Oktober 1996 wurde dann die erste Ausstellung mit Bildern von Otto Pankok hier im Haus eröffnet.

Es folgten weitere Ausstellungen des Künstlers „Verfolgte Menschen, Emslandbilder, holl. Impressionen, Stationen einer Flucht, Wahlverwandtschaften und Bilder die auch die Arbeiten von Eva Pankok zeigten.

Aber auch Gildehauser und Grafschafter Themen wurden aufgegriffen.
Bauten und Bilder von Familie Lögters, Alte Karten und Stiche der Grafschaft Bentheim,
Auf den Spuren jüdischen Lebens in der Grafschaft Bentheim

In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Grafschaft Bentheim konnten Ausstellungen von Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, A. Paul Weber gezeigt werden.

Günter Grass und der Butt

Nach zähen Verhandlungen gelang es dem Pankok Verein im Juni 2003 Werke von Günter Grass in der Ausstellung „Günter Grass - Otto Pankok – Der Schüler und sein Lehrer“ nach Gildehaus zu holen. Zu dieser Ausstellung wurde auch die Plastik „Der Butt“ hier aufgestellt.. Gleich nach dem Aufstellen der Plastik fanden alle Beteiligten, dass dieser Platz dafür wie geschaffen sei, dass es aber wohl wegen der Kosten aussichtslos sei, den Butt auf Dauer in Gildehaus zu halten. Aber eine großzügige Spende der Sparkassenstiftung und viele Einzelspenden (siehe Tafel) sorgten dafür, dass der Butt hier stehen bleiben konnte.

VVV baut Geländer für neue Fernsicht auf dem Mühlenberg
Vor rd. 2 Jahren ergab sich durch einen Windbruch auf der Nordseite des Mühlenberges die Möglichkeit einer neuen Fernsicht. Da bislang nur auf der Südseite des Mühlenberges die Möglichkeit besteht, die Aussicht in Richtung Westfalen und den Niederlanden zu genießen, hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gildehaus die Gelegenheit genutzt, auf dem Gelände oberhalb des Mühlenbergstadions nunmehr für die Besucher ein Geländer anzubringen. Von hier erhalten die Besucher eine Sicht über das Industriegebiet Westenberg, die Stadt Nordhorn, den Isterberg und auf das Bentheimer Schloss.
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10.06.2009
Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gildehaus und Umgebung bemüht sich seit einiger Zeit, den auf dem städt. Grundstück vor dem Kirchturm in Gildehaus befindlichen Brunnen wieder offen zu legen. Dieser Brunnen ist in den 50-Jahren mit einer Betonplatte abgedeckt worden. Zuletzt gab es hier eine Pumpe, aus der die Anwohner der Turmstraße und der Bergstraße ihr Wasser geholt haben.

Inzwischen haben Mitglieder des VVV die Betonplatte teilweise wieder freigelegt. Dabei konnte bereits der etwaige Umfang des Brunnens festgestellt werden.

Mitarbeiter des städt. Servicebetriebes haben inzwischen die Brunnenplatte geöffnet. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Sandsteinbrunnen mit einem Durchmesser von ca. 3.00-3,50 m handelt. Die Tiefe beträgt ca. 20 m.

In Gesprächen mit der Stadt Bad Bentheim soll nunmehr das weitere Vorgehen besprochen werden.

Öffnung des Brunnen

Wie bereits in den GN am 19.06.2009 berichtet, möchte der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gildehaus den auf dem städt. Grundstück vor dem Kirchturm in Gildehaus befindlichen Brunnen wieder freilegen.Aus diesem Grunde hat die Freiwillige Feuerwehr Gildehaus am 23.06.2009 den Brunnen nochmals geöffnet und mit einem Halogenscheinwerfer ausgeleuchtet. Dabei wurde festgestellt, dass der Brunnen aus hellemGildehauser Sandstein sich in einem sehr guten Zustand befindet. In einer Abmessung von ca. 10 m gibt es einen Brunnenring aus rotem Sandstein.
Der Brunnen hat z.Zt. eine Tiefe von 16 m und führt kein Wasser. Auf dem Grund des Bodens ist eindeutig zu erkennen, dass dort u.a. Bauschutt liegt, der wohl beim Anlegen der Abdeckplatte in den 50er Jahren heruntergefallen ist. Auch eine Abdeckstütze ist sichtbar. Nach Auskunft ältere Anwohner der Bergstraße bzw. Turmstraße soll der Brunnen eine Tiefe von 24 m gehabt haben; so tief wie der Kirchturm hoch ist.
Desweiteren ist in der Sandsteinrundung ein vorstehender Sandsteinsockel sichtbar. Dieser wurde für die Leitern benötigt, wenn der Brunnen früher gesäubert wurde. Nach Auskunft eines ehemaligen Anwohners war der Brunnen zuletzt mit dicken Eichenbohlen abgedeckt, bevor die Betonplatte gegossen wurde. Zuletzt gab es hier eine Pumpe. Die Öffnung für das Ansaugrohr ist heute noch sichtbar.
Der Verkehrs- und Verschönerungsverein möchte den Brunnen der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen und beabsichtigt, .diesen mit einer Verglasung zu versehen, so dassdie gesamte Tiefe wieder sichtbar wird. Bei einem inneren Durchmesser von 3,00 bis 3,50 m besteht evtl. die Möglichkeit, den vorhandenen Bauschutt zu entfernen und den Brunnen noch um 1-2 m tiefer freizulegen. Voraussetzung ist, dass der Brunnenring aus Sandstein dieses zulässt.
Der VVV hat inzwischen einen Antrag an die Stadt Bad Bentheim gerichtet, damit dieses Projekt bei den Maßnahmen für die Dorferneuerung berücksichtigt wird.

...

Gildehaus, 07.05.2013
Heute wurde der Brunnen erneut geöffnet, um zusammen mit der Presse, einem Vertreter der Firma Monser sowie dem Bürgermeister zu sehen, wie der Zustand des Brunnens ist. Ob und wie mit dem Brunnen nun weiter verfahren wird, soll sich in Kürze entscheiden.
Sollte jemand noch weitere Informationen oder gar Bilder des Brunnen haben, so kann er/sie sich bitte mit dem VVV in Verbindung setzen.

Mittlerweile wurde der Brunnen wieder vollständig restauriert und am 29.05.2016 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

„Bürgerfrau Herma“ führt durch Gildehaus

Gislinde Holke präsentiert Rundgang durch den Ort mit vielen historischen Fakten und Anekdoten
Eine Bereicherung im Touristikangebot der Stadt Bad Bentheim ist der „Gildehauser Dorfspaziergang“ mit Gislinde Holke als „Bürgerfrau Herma“.

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Der „Rundgang durch Gildehaus“. Gislinde Holke als „Bürgerfrau Herma“ entführt interessierte Zuhörer in das dörfliche Gildehaus vor 100 Jahren. Das ganze spiegelt die Zeit -so um 1920.
Gegenüber dem heutigen Dorfbrunnen stand früher das repräsentative Haus Poolmann, einer angesehenen Textilfabrikanten-Familie. Hier war gewissermaßen auch die Keimzelle von Gildehaus, das seine Entstehung den Sandsteinbrüchen zu verdanken hatte.
Von dort schweifen die Blicke zum Kirchturm hinüber, der ursprünglich eine andere Bedeutung hatte, nämlich ein „Gildehaus“ war, das als Zufluchtsraum bei Gefahren und als Versammlungsraum für die Steinhauer und Steinmetze diente und dem Ort später seinen Namen gab. Es schließt sich eine Geschichte an , dass Pfarrer Bernhard Krechting in der St. Annen-Kirche um 1520 in seinen Predigten die Glaubenslehre der Wiedertäufer verbreitete. Wie die Geschichte ausging……wird Ihnen eindrucksvoll erläutert. Einen breiten Raum nahm die Textilindustrie ein, die ihre Wurzeln in der häuslichen Verarbeitung von Flachs zu Garn und Leinen hatte, wobei „Herma“ immer wieder zur Auflockerung kleine Geschichten der Fabrikantenfamilien Poolmann und Hoon einstreut. 17 Stationen steuerte Gislinde Holke an, immer wieder von Details unterlegt oder durch Sagen ergänzt. Heute, 100 Jahre später, kaum vorstellbar: die „Gillhuuser Kermis“ zog sich über den ganzen Mühlenberg und die Dorfstraße hin. Oben auf dem Berg gibt es ebenfalls einiges zu erzählen. Hier stand eine Gaststätte und war die Poststelle in der Bergstraße ansässig. Interessant ist auch die Storry um Dr. Hermann Aschendorf, der als erster Arzt in Gildehaus seine Praxis und in unmittelbarer Nähe das erste Krankenhaus der Grafschaft Bentheim eingerichtet hatte. Beim Dorfbrunnen endet der fast zweistündige Rundgang mit dem „Gildehaus Lied“. In der Schlusszeile heißt es:
„Es lebt das Dörfchen lobesam“.
Gislinde Holke lässt das Dörfchen, wie es vor 100 Jahren war, lebendig werden.

„Der Gildehauser Dorfspaziergang“ kann unter diesem Titel bei der Touristikinformation Bad Bentheim
unter der Telefonnummer (05922) 98330, E-Mail: Lambers@badbentheim.de gebucht werden.

Gislinde Holke
- über ihre Motivation: Gildehaus hat so viel Historie und Geschichte. Es wäre bedauerlich, wenn so etwas verloren geht. Deshalb habe ich mich als „Bürgerfrau Herma“ der Zeit um 1920 angenommen.
- Ihre Unterstützer: ein großer Dank geht an Wilhelm Hoon. Als profunder Kenner der Gildehauser Geschichte, insbesondere der Textilindustrie, hat er in Verbindung der Familien Hoon und Poolmann viele Details beigesteuert.

Der VVV Gildehaus möchte Sie an dieser Stelle animieren, diese touristische Attraktion von und über Gildehaus zu besuchen- und, bei Gefallen, weiter zu empfehlen.

Für 2018 stehen bisher die folgenden Termine fest:

26. Mai  Treffpunkt: 14°° Uhr am Dorfbrunnen
29. Mai 
Treffpunkt: 14°° Uhr am Dorfbrunnen
30. Juni 
Treffpunkt: 14°° Uhr am Dorfbrunnen
28. Juli
Treffpunkt: 14°° Uhr am Dorfbrunnen
25. August 
Treffpunkt: 14°° Uhr am Dorfbrunnen

Pro Person ist ein Betrag von 3,-€ zu entrichten.

Museen

In Gildehaus gibt es einige Museen, deren Besuch sich mit Sicherheit für Sie lohnen wird. Sie sollten, wenn Sie einmal in Gildehaus sind, diese Orte aufsuchen und sich von den Eindrücken inspirieren lassen.

Das Geologische Freilichtmuseum befindet sich in Gildehaus, ganz in der Nähe des einzigen noch in Betrieb befindlichen Steinbruchs der Grafschaft Bentheim. Entlang eines Rundweges von 200 m Länge kann der Besucher über 50 Exponate und 16 verschiedene Gesteinsarten besichtigen. Natursteine aus aller Welt – vom 30.000 Jahre jungen Travertin bis hin zum 1,4 Milliarden Jahre alten indischen Granit – führen den Besucher auf eine Zeitreise besonderer Art. Auch Schulen ist dieses Museum besonders zu empfehlen. Hier lässt sich Naturgeschichte unter freiem Himmel hautnah erleben. Wichtige Informationen zum Museum erhält der Besucher außerdem über Text und Schautafeln in einem Informationspavillon.

Öffnungszeiten

täglich geöffnet, Führung für Gruppen nach Anmeldung,

Der Maler, Grafiker und Holzschneider Otto Pankok (1893 - 1966) kam vor über 60 Jahren nach Gildehaus, um sich dort wie vermutet vor den Verfolgungen der Nazis in Sicherheit zu bringen. Otto Pankok befasste sich in seinen Werken besonders mit dem Leid der Verfolgten und Geächteten und weckte so den Unmut der Nazis. Typisch für den Maler sind seine grossformatigen Kohlegemälde. Aus der Gildehauser Zeit stammen über 100 dieser Gemälde, die jahrelang unerkannt und unbeachtet eingelagert waren. Ein Teil davon wurde erstmals im Jahre 1994 ausgestellt. Mit grosszügiger Unterstützung von Eva Pankok, der Tochter des Künstlers, wurde 1996 im ehemaligen Rathaus in Gildehaus schliesslich eine Dauerausstellung mit Gemälden Otto Pankoks eingerichtet. Der inzwischen gegründete Verein "Otto-Pankok-Gildehaus“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Werk des Malers zu erhalten und weiter bekannt zu machen.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr,
Mittwoch von 15.00 bis 17.00 Uhr
Auskunft beim Verkehrsamt Bad Bentheim, Tel. 0 59 22/98 33-0

Pankok-Museum erinnert zum 100. Geburtstag an den (fast) vergessenen Hans Ohlms
Von Thomas Kriegisch (Text) und Jürgen Lüken (Fotos) -

Wie geht die Nachwelt um mit dem Erbe der „vergessenen Generation": dem Nachlass und Vermächtnis jener Künstler des 20. Jahrhunderts, die als hoffnungsvolle Talente in den Stilepochen von Expressionismus, Neuer Sachlichkeit oder Abstraktion begannen, deren Entwicklungen und Biografien aber durch die historischen Katastrophen des NS-Regimes und des Zweiten Weltkrieges weit zurückgeworfen oder sogar gänzlich gebrochen wurden? Welchen Platz nehmen heute die Werke dieser „vergessenen Künstler" ein, die nach leidvollen Einzelschicksalen im Nachkriegsdeutschland nur mühsam den Anschluss an die internationale Kunst wieder fanden oder deren kreative Quellen im tragischsten Falle ganz versiegten? Egal, ob Literatur, Musik oder Kunst: Viele von ihnen blieben vergessen oder weitgehend unbeachtet. Ihr Wirken im Stillen wurde im Aufbauschwung des Wirtschaftswunderlandes kaum mehr wahrgenommen. Auch der Nordhorner Künstler Hans Ohlms (1908 – 1988) hat die Erfahrungen der Kriegsgenerationen gemacht und die biografischen Brüche durchlitten – doch er hat seinen künstlerischen Weg konsequent weiter beschritten, es im Spätwerk unbeeindruckt von Trends und Publikumsgeschmack schließlich zur Meisterschaft gebracht und seinen Erben einen großen Fundus hinterlassen. Heute steht die Grafschaft Bentheim vor der Frage: Was geschieht mit dem bildnerischen Erbe des Künstlers Hans Ohlms?
Diese Frage steht nicht erst seit heute, sondern bereits seit seinem Tod im Februar 1988 unbeantwortet im Raum – trotz zahlreicher Versuche, dem vielfältigen Nachlass in der Grafschaft den verdienten und würdigen Rahmen einer Dauerausstellung zu geben. Zum 100. Geburtstag von Hans Ohlms ehren nun der Landkreis und der Otto Pankok-Verein Gildehaus die Künstlerpersönlichkeit mit einer großen und klug zusammen gestellten Ausstellung im Pankok-Museum – und bringen damit gleichsam wieder die ungeklärte Zukunft des künstlerischen Erbes von fast 3000 Werken ins Spiel.
Obwohl der Ohlms-Nachlass groß und die Qualität unbestritten ist, tat sich die Nordhorner Wahlheimat des gebürtigen Hannoveraners Ohlms, der von 1937 bis zu seinem Tod in der Kreisstadt als Kunsterzieher und Künstler lebte und wirkte, mit dem Nachlass bis heute schwer. Alle Anläufe in den 1990er Jahren des in Berlin lebenden Ohlms-Sohnes Reinhart, des Landkreises mit Bernhard Jansen vom Fachdienst Kultur an der Spitze oder des Museumsvereins Grafschaft Bentheim, eine Auswahl in einer Nordhorner Dauerausstellung zu präsentieren, scheiterten an Finanzierungsfragen und liefen bei der Stadt Nordhorn ins Leere. Der Versuch Ende der 1990er Jahre, Bilder dauerhaft im Kloster Frenswegen zu präsentieren, schlief nach hoffnungsvollem Beginn wieder ein. Erst 2003 hatte Arno Piechorowski (Reutlingen), bis in die 1960er Jahre ein Wegbegleiter von Ohlms und Verfasser der Geschichte der Nordhorner Juden, wiederum erfolglos bei der Stadt angeklopft. Auch ein Vorstoß von Reinhart Ohlms im vergangenen Jahr bei der Stadt Osnabrück brachte keine Lösung.
Dabei gibt es seit 20 Jahren renommierte Fürsprecher, die sich für eine kunsthistorische Aufarbeitung und fachkundige Präsentation des Ohlms-Werkes stark machen. So erachtete es 1996 Professor Dr. Andreas Franzke, Rektor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, für „unabdingbar und wichtig, dass das künstlerische Werk und damit das vielfältige und vielschichtige Wirken von Hans Ohlms in Nordhorn eine angemessene Würdigung erfährt". Auch für die Osnabrücker Kunsthistoriker Inge Frankmöller und Karl Georg Kastner manifestiert sich an Hans Ohlms eine Dimension jeder „großen" Kunst, wie sie 1988 zu seiner letzten Ausstellung im Akzisehaus schrieben – es ist die Dimension, die aus der abwägenden Erprobung und Prüfung der überkommenen Darstellungsgewohnheiten in der Kunst eine neue zeitgemäße Entsprechung zur Realität sucht.
Diese Suche und ästhetische Entsprechung zur Wirklichkeit durchzieht das reiche, formal und stilistisch vielschichtige Schaffen von Hans Ohlms. Ein permanentes Entdecken zieht sich durch seine freie Malerei, die Drucke und Illustrationen, Radierungen und Collagen oder die Gestaltung seiner Skulpturen, Mosaike und Glasfenster – bis sich diese Suche mit Beginn der 1970er Jahre im Spätwerk zur eigenen unverwechselbaren und ausgereiften Formensprache verdichtet.
Die Gildehauser Ausstellung mit ihren 125, zum Teil noch nie gezeigten Werken und Plastiken aus Privatbesitz, stellt in klar strukturierten Werkphasen die verschiedenen Schaffensperioden zusammen. Ermöglicht wurde die Schau vornehmlich durch Leihgaben aus dem von Reinhart Ohlms verwalteten Nachlass, von der Tochter Ingrid Farhoudi, aus Grafschafter Privatbesitz und aus der Sammlung Hermann-Josef Bunte (Hamburg). Bunte sammelt Werke von Künstlern des 20. Jahrhunderts, die eher am Rande der Kunstgeschichte stehen. Der Jurist sucht und findet die „zu Unrecht verschollenen Werte" –und er entdeckte Ohlms.
Mit Renate Bunte (geborene Ohlms) fanden die Ausstellungsmacher um Bernhard Jansen eine ebenso engagierte wie fachkundige Federführung für den vorzüglichen Katalog und die Ausstellungskonzeption – in Arno Piechorowski einen Mitstreiter, der Ohlms in Nordhorn lange Jahre begleitete und später mit ihm Druckprojekte wie etwa die Edition „Heimkehr zu Penelope" von 1985 verwirklichte.
Die Ausstellung setzt chronologisch mit dem Frühwerk ein: Da sind die ersten, technisch bereits versierten und mit sicherem Blick gesehenen Kohlezeichnungen, da sind die lebhaften wie scharf beobachteten Familienporträts oder ein bewegend-expressives Kreuzigungsbild von 1931, das bereits das tief humanistische und christliche Weltbild des Künstlers offenbart. Es folgen die stark merkmalsreduzierten, auf den Kern abstrahierten und sicher komponierten Landschaften in Öl der Nachkriegszeit und der 50er-Jahre, stimmungsvolle Impressionen von Reisen und aus der Region. „Ihre Bilder waren mir immer ein Licht, das ich in den ganzen Jahren wusste", wird über diese Zeit später der Kinderbuchautor und Illustrator Janosch, der in den 1950er Jahren in Nordhorn arbeitete, in einem Brief an den Künstler Ohlms schreiben.
An die Periode eines stark sakral ausgerichteten Werkes erinnern in der Ausstellung die Gouachen von Glasfensterentwürfen der 60er-Jahre oder das wunderbare, 1960 für die Nordhorner Friedhofskapelle realisierte Wandmosaik. Die letzte Station der Ausstellung rückt das kreative Spätwerk in den Mittelpunkt. Abseits einer eher leicht zu konsumierenden Kunst fand Ohlms seine spezifische ästhetische Sprache, die ihn die Wirklichkeit zu einer im Verborgenen liegenden Wahrheit durchdringen und im Kontext seiner eigenen Gedanken- und Gefühlswelt zum Ausdruck bringen ließ. War Ohlms in den ersten Jahrzehnten mehr mit der bildnerischen Deutung seiner Existenz und der Deutung seines Künstlertums beschäftigt, so stilisierte er nun die Kunst selbst, meinen dazu die Kunsthistoriker Frankmöller und Kastner. Mit dem Fundus seiner großen künstlerischen Erfahrung löste sich Ohlms zunehmend vom Gegenstand und eroberte sich bis zu seinem Tode die freie Bildgestaltung. Die Abkehr vom Kunstmarkt und dem Publikumsgeschmack hatte er mit einem Rückzug zu sich selbst bereits 1954 nach einer Ausstellung mit Aquarellen seiner Jugoslawienreise angetreten, die ihm nicht die erhoffte Resonanz finden ließ.
Sein großes, in früher Jugend in Hannover entdecktes künstlerisches Vorbild Kurt Schwitters ist in einer Vielzahl der späten Kleinformate, oft als Entwürfe für geplante, aber nicht realisierte Tafelbilder gedacht, unübersehbar; doch findet Ohlms in seinen formal präzisen Materialarbeiten, Reliefs, Collagen, Kleinplastiken oder Druckillustrationen durch das Experiment mit Material und Technik sowie durch die ästhetische Befragung von Bildstrukturen, von Grundformen wie der Figur und von Farbe sein eigenes Bildvokabular.
Eine kunsthistorische Aufbereitung und Einordnung des großen Ohlms-Werkes hat es bis heute nicht gegeben. Dabei sind sich die Ohlms-Nichte Renate Bunte
Quelle: GN online

Otto-Pankok-Museum zeigt aufsehenerregende Ausstellung in neu gestalteten Räumen
Von Dagmar Thiel - Gildehaus. Das Otto-Pankok-Museum zeigt in einer ambitionierten Ausstellung Werke, die deutsche Künstler 1958 auf der Biennale in Venedig präsentiert haben. Nach 50 Jahren sind diese Kunstwerke in Gildehaus wieder vereint. Dabei handelt es sich nicht um eine reine Retrospektive, die Ausstellung präsentiert in den völlig neu gestalteten Museumsräumen auch die Entwicklung der Künstler in den Jahren danach. Nach einjähriger Recherche ist es dem Gildehauser Otto-Pankok-Verein in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Kultur des Landkreises Grafschaft Bentheim gelungen, 62 Originalarbeiten aus deutschen Museen, Galerien und Privatbesitz zusammenzutragen. Zu sehen sind Werke der 1958 auf der Biennale vertretenen Künstler wie Karl Schmidt-Rottluff, Otto Herbert Hajek oder Werner Gilles. „Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte Bernhard Jansen, Leiter des Fachdienstes Kultur des Landekreises, bei der Ausstellungseröffnung.

Dass auch Otto Pankok 1958 die zwei Holzschnitte „Christus mit der Dornenkrone“ und „Maria und Johannes am Kreuz“ auf der Biennale zeigte, war selbst Kunstkennern bisher unbekannt. Durch Zufall entdeckte Bernhard Jansen bei Recherchen im Internet einen kurzen Hinweis auf die Teilnahme Pankoks in Venedig. Ein weiterer Zufallstreffer war ein Buch aus einem Antiquariat, in dem auch die ausgestellten Werke Pankoks genannt wurden. Angespornt von diesen Funden recherchierte Jansen mit einem engagierten Team ein Jahr lang weitere Biennale-Teilnehmer und machte sich auf die Suche nach den Werken. Fast 150 Briefe unterschrieb Landrat Friedrich Kethorn, sie gingen an Kunstexperten, Galerien und Museen, um den Verbleib der deutschen Biennale-Werke von 1958 zu klären.

In Gildehaus sind nun Arbeiten von 17 der damals insgesamt 21 deutschen Künstler ausgestellt. „Biennale Venedig 1958. Die Vergangenheit ist nicht zu Ende“ lautet der Titel der Ausstellung, die finanziell von der Grafschafter Sparkassenstiftung und der Emsländischen Landschaft mit jeweils 10000 Euro gefördert wird. Darüber hinaus haben Unternehmen und private Spender erhebliche Summen zur Verfügung gestellt. Ohne dieses Engagement regionaler Kunstfreunde wäre eine solch exzellente Ausstellung nicht möglich gewesen. „Ein Hauch von Biennale weht durch Gildehaus“, sagte Landrat Friedrich Kethorn zu Recht über die Qualität der Ausstellung.

Das Otto-Pankok-Museum hat für diese Ausstellung ein komplett neues Raum- und Beleuchtungskonzept erhalten. „Heute strahlen die Räume des alten Schul- und Rathauses zum ersten Mal wirklich Museumscharakter aus“, sagte Bernhard Jansen. Weil der gesamte Platz im Museum für die Ausstellung benötigt wurde, fand die Eröffnung mit knapp 100 Besuchern am Freitagabend im evangelisch-reformierten Gemeindehaus statt. Zwar stand die dortige schlicht-kahle Atmosphäre ein wenig im Widerspruch zur sinnlichen Kunst im Museum, dennoch war es eine gute Entscheidung, das Museum komplett für die Schau zu nutzen. Mehrere Stellwände lassen das Museum größer erscheinen und die Werke in den entstehenden Nischen besser zur Geltung kommen.

Die in Gildehaus zu sehenden Arbeiten stammen teils aus Privatbesitz, teils aus renommierten Galerien und Museen wie den Kunsthallen Hamburg und Rostock, dem Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen und der Galerie Erlangen. Die Räume sind komplett abgedunkelt worden, um die Kunstwerke vor Tageslicht zu schützen. Das war eine der Auflagen, die die Leihgeber zur Bedingung für die Ausstellung ihrer Werke gemacht haben. Auch Luftfeuchtigkeit und Lux-Stärken werden laufend überprüft, das gesamte Museum ist komplett videoüberwacht.

Die verdunkelten Fenster wurden mit Leinwänden bestückt, die die 1950er Jahre in Politik, Kultur, Sport und Alltag lebendig werden lassen: Sie zeigen Fotos von Nino oder Plakate aus der Adenauer-Zeit: „Keine Experimente, keine Atomrüstung“. In sehr kurzer Form finden sich auf den Leinwänden außerdem kurze Biografien aller Künstler. Die Idee, in dieser Form einen Bogen vom Leben zur Kunst zu schlagen, ist informativ und gelungen. „Für Besucher des Museums steht heute oft die ästhetische Seite der Kunst im Vordergrund. Darum ging es Künstlern wie Otto Pankok aber nie alleine, auch der gesellschaftliche Hintergrund gehörte immer dazu“, sagte Dr. Gerhard Ribbrock vom Kunstmuseum Mülheim in seinem Einführungsvortrag. Die sehenswerte Ausstellung läuft bis zum 31. Januar 2009. Das Museum ist samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Anmeldungen für Führungen von Gruppen oder Schulklassen sind möglich unter Telefon: 0 59 24/99 04 95 oder 0 59 21/961-321.

Quelle: GN online

Im Gegensatz zur Ostmühle wird in dieser heute kein Korn mehr gemalen. Auch nicht zu Demonstrationszwecken. Sie diente dem Maler Hartmann und seiner Familie als Haus und Ort des Schaffens.

Alle nötigen Informationen finden Sie, wenn Sie auf das Bild klicken.
 

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Hans-Günter Benz
Am Rott 21
48455 Bad Bentheim
oder per Mail Info@VVV-Gildehaus.de

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Alternativ können Sie auch eine Mail an die Adresse aus dem Impressum senden, sofern Sie Dateianhänge oder umfangreichere Informationen, Anregungen oder Fragen haben.

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1. Vorsitzender:
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Am Rott 21
48455 Bad Bentheim
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Benz@VVV-Gildehaus.de

 

2. Vorsitzender:
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Wellkamp 14
48455 Bad Bentheim
Tel: 0 59 24 13 99
Mersmann@VVV-Gildehaus.de

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Doornekamp 13
48455 Bad Bentheim
Tel: 0 59 24 69 97
tenCate@VVV-Gildehaus.de
 

Kassierer:
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48455 Bad Bentheim
Tel: 0 59 24 84 18
Musekamp@VVV-Gildehaus.de

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Nachtigallenweg 02
48455 Bad Bentheim
Tel: 0 59 24 319 454

 

Bäckervertreter:
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Wilhelm-Leuschner-Str. 7
48455 Bad Bentheim
Tel: 0 59 24 19 12

Müllervertreter:
Friedheldm Goedereis
Danziger Str. 5
48455 Bad Bentheim
Tel: 0 59 22 28 53
   

 

Impressum

 

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Registergericht: Amtsgericht Osnabrück

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Wir treffen nach Maßgabe des Art. 32 DSGVO unter Berücksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten.

Zu den Maßnahmen gehören insbesondere die Sicherung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten durch Kontrolle des physischen Zugangs zu den Daten, als auch des sie betreffenden Zugriffs, der Eingabe, Weitergabe, der Sicherung der Verfügbarkeit und ihrer Trennung. Des Weiteren haben wir Verfahren eingerichtet, die eine Wahrnehmung von Betroffenenrechten, Löschung von Daten und Reaktion auf Gefährdung der Daten gewährleisten. Ferner berücksichtigen wir den Schutz personenbezogener Daten bereits bei der Entwicklung, bzw. Auswahl von Hardware, Software sowie Verfahren, entsprechend dem Prinzip des Datenschutzes durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen (Art. 25 DSGVO).

Zusammenarbeit mit Auftragsverarbeitern und Dritten

Sofern wir im Rahmen unserer Verarbeitung Daten gegenüber anderen Personen und Unternehmen (Auftragsverarbeitern oder Dritten) offenbaren, sie an diese übermitteln oder ihnen sonst Zugriff auf die Daten gewähren, erfolgt dies nur auf Grundlage einer gesetzlichen Erlaubnis (z.B. wenn eine Übermittlung der Daten an Dritte, wie an Zahlungsdienstleister, gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO zur Vertragserfüllung erforderlich ist), Sie eingewilligt haben, eine rechtliche Verpflichtung dies vorsieht oder auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (z.B. beim Einsatz von Beauftragten, Webhostern, etc.).

Sofern wir Dritte mit der Verarbeitung von Daten auf Grundlage eines sog. „Auftragsverarbeitungsvertrages“ beauftragen, geschieht dies auf Grundlage des Art. 28 DSGVO.

Übermittlungen in Drittländer

Sofern wir Daten in einem Drittland (d.h. außerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)) verarbeiten oder dies im Rahmen der Inanspruchnahme von Diensten Dritter oder Offenlegung, bzw. Übermittlung von Daten an Dritte geschieht, erfolgt dies nur, wenn es zur Erfüllung unserer (vor)vertraglichen Pflichten, auf Grundlage Ihrer Einwilligung, aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung oder auf Grundlage unserer berechtigten Interessen geschieht. Vorbehaltlich gesetzlicher oder vertraglicher Erlaubnisse, verarbeiten oder lassen wir die Daten in einem Drittland nur beim Vorliegen der besonderen Voraussetzungen der Art. 44 ff. DSGVO verarbeiten. D.h. die Verarbeitung erfolgt z.B. auf Grundlage besonderer Garantien, wie der offiziell anerkannten Feststellung eines der EU entsprechenden Datenschutzniveaus (z.B. für die USA durch das „Privacy Shield“) oder Beachtung offiziell anerkannter spezieller vertraglicher Verpflichtungen (so genannte „Standardvertragsklauseln“).

Rechte der betroffenen Personen

Sie haben das Recht, eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob betreffende Daten verarbeitet werden und auf Auskunft über diese Daten sowie auf weitere Informationen und Kopie der Daten entsprechend Art. 15 DSGVO.

Sie haben entsprechend. Art. 16 DSGVO das Recht, die Vervollständigung der Sie betreffenden Daten oder die Berichtigung der Sie betreffenden unrichtigen Daten zu verlangen.

Sie haben nach Maßgabe des Art. 17 DSGVO das Recht zu verlangen, dass betreffende Daten unverzüglich gelöscht werden, bzw. alternativ nach Maßgabe des Art. 18 DSGVO eine Einschränkung der Verarbeitung der Daten zu verlangen.

Sie haben das Recht zu verlangen, dass die Sie betreffenden Daten, die Sie uns bereitgestellt haben nach Maßgabe des Art. 20 DSGVO zu erhalten und deren Übermittlung an andere Verantwortliche zu fordern.

Sie haben ferner gem. Art. 77 DSGVO das Recht, eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde einzureichen.

Widerrufsrecht

Sie haben das Recht, erteilte Einwilligungen gem. Art. 7 Abs. 3 DSGVO mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen

Widerspruchsrecht

Sie können der künftigen Verarbeitung der Sie betreffenden Daten nach Maßgabe des Art. 21 DSGVO jederzeit widersprechen. Der Widerspruch kann insbesondere gegen die Verarbeitung für Zwecke der Direktwerbung erfolgen.

Cookies und Widerspruchsrecht bei Direktwerbung

Als „Cookies“ werden kleine Dateien bezeichnet, die auf Rechnern der Nutzer gespeichert werden. Innerhalb der Cookies können unterschiedliche Angaben gespeichert werden. Ein Cookie dient primär dazu, die Angaben zu einem Nutzer (bzw. dem Gerät auf dem das Cookie gespeichert ist) während oder auch nach seinem Besuch innerhalb eines Onlineangebotes zu speichern. Als temporäre Cookies, bzw. „Session-Cookies“ oder „transiente Cookies“, werden Cookies bezeichnet, die gelöscht werden, nachdem ein Nutzer ein Onlineangebot verlässt und seinen Browser schließt. In einem solchen Cookie kann z.B. der Inhalt eines Warenkorbs in einem Onlineshop oder ein Login-Status gespeichert werden. Als „permanent“ oder „persistent“ werden Cookies bezeichnet, die auch nach dem Schließen des Browsers gespeichert bleiben. So kann z.B. der Login-Status gespeichert werden, wenn die Nutzer diese nach mehreren Tagen aufsuchen. Ebenso können in einem solchen Cookie die Interessen der Nutzer gespeichert werden, die für Reichweitenmessung oder Marketingzwecke verwendet werden. Als „Third-Party-Cookie“ werden Cookies bezeichnet, die von anderen Anbietern als dem Verantwortlichen, der das Onlineangebot betreibt, angeboten werden (andernfalls, wenn es nur dessen Cookies sind spricht man von „First-Party Cookies“).

Wir können temporäre und permanente Cookies einsetzen und klären hierüber im Rahmen unserer Datenschutzerklärung auf.

Falls die Nutzer nicht möchten, dass Cookies auf ihrem Rechner gespeichert werden, werden sie gebeten die entsprechende Option in den Systemeinstellungen ihres Browsers zu deaktivieren. Gespeicherte Cookies können in den Systemeinstellungen des Browsers gelöscht werden. Der Ausschluss von Cookies kann zu Funktionseinschränkungen dieses Onlineangebotes führen.

Ein genereller Widerspruch gegen den Einsatz der zu Zwecken des Onlinemarketing eingesetzten Cookies kann bei einer Vielzahl der Dienste, vor allem im Fall des Trackings, über die US-amerikanische Seite http://www.aboutads.info/choices/ oder die EU-Seite http://www.youronlinechoices.com/ erklärt werden. Des Weiteren kann die Speicherung von Cookies mittels deren Abschaltung in den Einstellungen des Browsers erreicht werden. Bitte beachten Sie, dass dann gegebenenfalls nicht alle Funktionen dieses Onlineangebotes genutzt werden können.

Löschung von Daten

Die von uns verarbeiteten Daten werden nach Maßgabe der Art. 17 und 18 DSGVO gelöscht oder in ihrer Verarbeitung eingeschränkt. Sofern nicht im Rahmen dieser Datenschutzerklärung ausdrücklich angegeben, werden die bei uns gespeicherten Daten gelöscht, sobald sie für ihre Zweckbestimmung nicht mehr erforderlich sind und der Löschung keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Sofern die Daten nicht gelöscht werden, weil sie für andere und gesetzlich zulässige Zwecke erforderlich sind, wird deren Verarbeitung eingeschränkt. D.h. die Daten werden gesperrt und nicht für andere Zwecke verarbeitet. Das gilt z.B. für Daten, die aus handels- oder steuerrechtlichen Gründen aufbewahrt werden müssen.

Nach gesetzlichen Vorgaben in Deutschland, erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 10 Jahre gemäß §§ 147 Abs. 1 AO, 257 Abs. 1 Nr. 1 und 4, Abs. 4 HGB (Bücher, Aufzeichnungen, Lageberichte, Buchungsbelege, Handelsbücher, für Besteuerung relevanter Unterlagen, etc.) und 6 Jahre gemäß § 257 Abs. 1 Nr. 2 und 3, Abs. 4 HGB (Handelsbriefe).

Nach gesetzlichen Vorgaben in Österreich erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 7 J gemäß § 132 Abs. 1 BAO (Buchhaltungsunterlagen, Belege/Rechnungen, Konten, Belege, Geschäftspapiere, Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, etc.), für 22 Jahre im Zusammenhang mit Grundstücken und für 10 Jahre bei Unterlagen im Zusammenhang mit elektronisch erbrachten Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehleistungen, die an Nichtunternehmer in EU-Mitgliedstaaten erbracht werden und für die der Mini-One-Stop-Shop (MOSS) in Anspruch genommen wird.

Erbringung unserer satzungs- und geschäftsgemäßen Leistungen

Wir verarbeiten die Daten unserer Mitglieder, Unterstützer, Interessenten, Kunden oder sonstiger Personen entsprechend Art. 6 Abs. 1 lit. b. DSGVO, sofern wir ihnen gegenüber vertragliche Leistungen anbieten oder im Rahmen bestehender geschäftlicher Beziehung, z.B. gegenüber Mitgliedern, tätig werden oder selbst Empfänger von Leistungen und Zuwendungen sind. Im Übrigen verarbeiten wir die Daten betroffener Personen gem. Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO auf Grundlage unserer berechtigten Interessen, z.B. wenn es sich um administrative Aufgaben oder Öffentlichkeitsarbeit handelt.

Die hierbei verarbeiteten Daten, die Art, der Umfang und der Zweck und die Erforderlichkeit ihrer Verarbeitung bestimmen sich nach dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis. Dazu gehören grundsätzlich Bestands- und Stammdaten der Personen (z.B., Name, Adresse, etc.), als auch die Kontaktdaten (z.B., E-Mailadresse, Telefon, etc.), die Vertragsdaten (z.B., in Anspruch genommene Leistungen, mitgeteilte Inhalte und Informationen, Namen von Kontaktpersonen) und sofern wir zahlungspflichtige Leistungen oder Produkte anbieten, Zahlungsdaten (z.B., Bankverbindung, Zahlungshistorie, etc.).

Wir löschen Daten, die zur Erbringung unserer satzungs- und geschäftsmäßigen Zwecke nicht mehr erforderlich sind. Dies bestimmt sich entsprechend der jeweiligen Aufgaben und vertraglichen Beziehungen. Im Fall geschäftlicher Verarbeitung bewahren wir die Daten so lange auf, wie sie zur Geschäftsabwicklung, als auch im Hinblick auf etwaige Gewährleistungs- oder Haftungspflichten relevant sein können. Die Erforderlichkeit der Aufbewahrung der Daten wird alle drei Jahre überprüft; im Übrigen gelten die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten.

Kontaktaufnahme

Bei der Kontaktaufnahme mit uns (z.B. per Kontaktformular, E-Mail, Telefon oder via sozialer Medien) werden die Angaben des Nutzers zur Bearbeitung der Kontaktanfrage und deren Abwicklung gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b. (im Rahmen vertraglicher-/vorvertraglicher Beziehungen), Art. 6 Abs. 1 lit. f. (andere Anfragen) DSGVO verarbeitet.. Die Angaben der Nutzer können in einem Customer-Relationship-Management System ("CRM System") oder vergleichbarer Anfragenorganisation gespeichert werden.

Wir löschen die Anfragen, sofern diese nicht mehr erforderlich sind. Wir überprüfen die Erforderlichkeit alle zwei Jahre; Ferner gelten die gesetzlichen Archivierungspflichten.

Hosting und E-Mail-Versand

Die von uns in Anspruch genommenen Hosting-Leistungen dienen der Zurverfügungstellung der folgenden Leistungen: Infrastruktur- und Plattformdienstleistungen, Rechenkapazität, Speicherplatz und Datenbankdienste, E-Mail-Versand, Sicherheitsleistungen sowie technische Wartungsleistungen, die wir zum Zwecke des Betriebs dieses Onlineangebotes einsetzen.

Hierbei verarbeiten wir, bzw. unser Hostinganbieter Bestandsdaten, Kontaktdaten, Inhaltsdaten, Vertragsdaten, Nutzungsdaten, Meta- und Kommunikationsdaten von Kunden, Interessenten und Besuchern dieses Onlineangebotes auf Grundlage unserer berechtigten Interessen an einer effizienten und sicheren Zurverfügungstellung dieses Onlineangebotes gem. Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO i.V.m. Art. 28 DSGVO (Abschluss Auftragsverarbeitungsvertrag).

Erhebung von Zugriffsdaten und Logfiles

Wir, bzw. unser Hostinganbieter, erhebt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO Daten über jeden Zugriff auf den Server, auf dem sich dieser Dienst befindet (sogenannte Serverlogfiles). Zu den Zugriffsdaten gehören Name der abgerufenen Webseite, Datei, Datum und Uhrzeit des Abrufs, übertragene Datenmenge, Meldung über erfolgreichen Abruf, Browsertyp nebst Version, das Betriebssystem des Nutzers, Referrer URL (die zuvor besuchte Seite), IP-Adresse und der anfragende Provider.

Logfile-Informationen werden aus Sicherheitsgründen (z.B. zur Aufklärung von Missbrauchs- oder Betrugshandlungen) für die Dauer von maximal 7 Tagen gespeichert und danach gelöscht. Daten, deren weitere Aufbewahrung zu Beweiszwecken erforderlich ist, sind bis zur endgültigen Klärung des jeweiligen Vorfalls von der Löschung ausgenommen.

Erstellt mit Datenschutz-Generator.de von RA Dr. Thomas Schwenke